Dragane "Koriilan"

  • Beschreibung der Koriilan-Dragane

    Die Kultur der Koriilaner war einst die größte von drei draganischen Kulturen. Heute existieren nur noch zwei Kulturen, da die Maktzen dem Goldrausch der Miraben zum Opfer fiel. Auch die Koriilaner wurden bereits stark durch die Miraben dezimiert, weshalb sie nun die zahlenmäßig kleinere Kultur der verbleibenden zwei ist. Die Kultur der Mesoren ist größtenteils unberührt von dem Genozid durch die Miraben.



    Die Koriilaner leben im Urwald von Koriilan und teilweise auf der Vulkaninsel von Kuharaya. Sie sind ein isoliertes und äußerst friedliebendes Volk und werden vollständig durch die Gattung der Dragane vertreten. Die Größe eines Stammes variiert zwischen ungefähr 20 bis 300 Mitgliedern, während manche koriilanische Städte aus mehreren Stämmen bestehen. Die meisten Stämme bleiben allerdings unter sich und pflegen mit anderen Stämmen lediglich eine oberflächliche Freundschaft. Der Handel zwischen den Stämmen ist ebenfalls eine rein freundschaftliche Tätigkeit, da die Koriilaner weniger Wert auf materielle Güter legen.



    Die Spiritualität hat hingegen einen bedeutenden Wert in ihrer Kultur. Sie glauben an die Stärke des eigenen Geistes und sind sehr religiös. Der Glaube, an die draganischen Naturgeister, wird auch Arununti genannt. Das Wort leitet sich von dem draganischen Wort für „Seelenpfad“ ab, welches im Original „Aruununtye“ heißt. Die Dragane, egal welcher Kultur angehörig, verwenden nur gelegentlich eine unstete Schriftsprache, die selbst unter den Stämmen variieren kann. Nur die verbalen Laute gleichen sich fast überall. Die Verwendung von Körperbemalungen und Malerrein an Gebäuden ist eine gängige Form der nonverbalen Kommunikation, um die Stammessituation künstlerisch auszudrücken.



    Die Koriilaner sind sehr bedacht darauf ihrem Gegenüber Respekt und Anstand entgegen zu bringen. Der Umgang ist stets ein sehr höflich und zuvorkommender. Ihren Glauben nach bringt Streit und Zorn die Waldgeister in Unruhe und verschreckt dessen gute Aura. Deshalb steht der Friede innerhalb eines Stammes an höchster Stelle.



    Die Führung eines Stammes obliegt meist der ältesten Koriilanerin oder aber deren Tochter. Der Ursprung dieser Tradition liegt viele tausend Jahre zurück und ist heute nicht eindeutig geklärt. Man glaubt, dass zu damaliger Zeit die männlichen Mitglieder des Stammes die meiste Zeit auf der Jagd waren. Deshalb legte man der Ältesten die Verantwortung über das Dorf in die Hände, da sie besonders weise ist. Im Laufe der Geschichte wurde die Führung aber auch einer Tochter der Ältesten übergeben, sofern sie eine hatte. Vermutlich deshalb, weil sich bei Draganen schon früh eine Altersdemenz bildet und die Ältesten der Aufgabe nicht mehr gewachsen waren.



    Die Architektur der frühen Koriilaner war der von heutigen Ajoren recht ähnlich. Vor allem auf der Insel von Kuharaya, auf der einst eine große Zahl Kroiilaner lebten, findet man vielerorts alte Steinbauten, die einer Burg ähneln. Auch die Häuser, welche vorzugsweise aus Stein errichtet wurden, ähneln den Fachwerkhäusern der heutigen Ajoren. Wieso die frühen Koriilaner die Insel von Kuharaya verließen und die ihre Bauten zurück ließen ist nicht geklärt. Man vermutet einen Zusammenhang mit der Versklavung durch die Bar’ksh.



    Heute errichten die Koriilaner gänzlich andere Gebäude. Tempel werden als große steinern Stufenpyramiden errichtet, während die Behausungen einfache Holz oder auch Steinhütten sind. Viele Stämme besitzen eine Stammeshalle, in der gemeinsam gefeiert und über die Zukunft des Stammes entschieden wird. Diese Stammeshallen werden in ihrer Sprache Kzeves genannt und werden in großen Ovalen angelegt. Dabei wird der Boden bis zu 3 Meter in die Tiefe abgesenkt und ein rundes Kuppeldach auf das Gebäude gelegt. Die Kzeves werden häufig mit Pflanzen und Farbmalerrein verziert.



    Die Kleidung der Koriilaner ist deutlich ausgeprägter, als beispielsweise die der Mesoren. Sie verwenden bunte Stoffe und Leder und umhüllen ihre Körper in enger und maßgeschneiderten Kleidern. Diese Kleidung wird oft Jahrelang oder gar lebenslang getragen und lediglich repariert und überarbeitet, anstatt neue anzufertigen. Stammesmitglieder mit besonderen Stellungen tragen große und sehr individuelle Kopfbedeckungen, welche auch als Schmuck fungieren.



    Da alle Koriilaner der Gattung der Draganen angehören, sind sie naturbedingt gute Schwimmer. Deshalb ist vor allem an den Küstenregionen der Fischfang die Hauptnahrungsquelle. Im Innenland beschaffen sie Fleisch durch die Jagd oder der Haltung von Kleintieren. Da Dragane hauptsächlich Karnivore sind, bauen sie nur wenig Gemüse oder Obst an. Allerdings gelten Wurzeln und manche Pflanzenarten als heilige Nahrung oder auch Medizin. Diese werden meist zu Festen gegessen.



    Bis vor ungefähr 300 Jahren ernährten sich die Koriilaner auch kannibalisch. Dabei stand ein religiöser Aspekt im Vordergrund. Die Seele eines Verstorbenen würde schneller ins Reich der Götter einfließen, wenn Verwandte und geliebte Personen den Leichnam in einem Ritual verspeisen. Diese Tradition wird heute nur noch von sehr wenigen Stämmen vorgeführt.

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