Dragane "Mesoren"

  • Beschreibung der Kultur der Mesoren

    Die draganische Kultur der Mesoren, Abgeleitet von dem Namen der Inselgruppe von „Madsora“, wird nicht nur ausschließlich von Draganen belebt. Auch wenige Menschen sind Teil dieser vielstämmigen Kultur, welche vom Urwald von Koriilan bis hin zur Südküste Vaschurs reicht. Einst waren die Mesoren unter den Draganen eine Minderheit, da der Glaube der Koriilan vorherrschend war. Jedoch wurden die Koriilan in der Vergangenheit durch den mirabenischen Goldrausch so sehr dezimiert, dass nun die Mesoren zahlreicher sind.



    Die Kultur ist eng verbunden mit der Religion der Mesoren. Sie glauben, dass die Insel, auf denen sie leben, gigantische Lebensformen sind. Diese Riesen liefen einst durch die Ozeane der Welt, legten sich jedoch zu einer Zeit schlafen, als die Welt von bösen Kräften bedroht wurde. Der Glaube und die Geschichte, die er erzählt, wird Etzeres genannt.



    Die Mesoren leben als kleine Stämme auf den vielen hundert Inseln der Madsoren. Sie hüten die Insel und beschützen sie vor äußeren Einflüssen, da sie glauben, dass die Inselriesen auch sie schützen werden, wenn sie bedroht werden sollten. Daher sind sie sehr naturverbunden und verstehen die Pflanzen und Tiere der Inseln als eine Gabe der schlafenden Riesen. Das Meer zwischen den Inseln wird auch als Ekrike – das draganische Wort für „Himmel“ – bezeichnet. Sie glauben, dass die Riesen unter dem Wasser auf einer eigenen Insel leben und betrachten das Meer als eine Grenze zu ihrem Reich.



    Die Gewässer um die Madsoren ist ideal für den Fischfang geschaffen. Die Strömungen sind verhältnismäßig ruhig, treiben aber Fische aus dem Kessel von Ajor in die Fanggebiete der Mesoren. Außerdem sind die Randgebiete der Inselgruppe mit flachen Gewässern umringt, weshalb sich nur selten Leviatane dorthin verirren. Daher ist es den Mesoren auch möglich die Gewässer größtenteils gefahrlos zu überqueren, obwohl sie lediglich Flösse und flossartige Küstensegler verwenden.



    Der Austausch mit anderen Stämmen stellt ein besonderes Ereignis dar. Meist begeben sich die mutigsten Stammesmitglieder auf eine Reise zu den anderen Inseln, um dort Waren zu tauschen und die Freundschaft zu pflegen. Dabei ist es nicht unüblich, dass eine solche Gruppe mehrere Jahre auf Reisen sein kann, da sie viele und weit entfernte Inselstämme anfahren. Bei der Ankunft von Besuchern wird das Tschuptschuk gefeiert. Bei diesem Fest versammeln sich alle Bewohner der Insel und schwimmen einige Meter aufs Meer hinaus. Die Besucher verweilen auf dem Strand, damit die Insel, bzw der Riese, die Besucher in Ruhe betrachten kann. Schließend wird an großen Feuern zusammen gegessen, wobei die Gäste zuerst speisen dürfen.



    Auch innerhalb eines Stammes gibt es viele verschiedene Anlässe für Feierlichkeiten. Wird beispielsweise ein Kind geboren, dann feiert der Stamm nicht nur am Tag der Geburt, sondern hält mehrere Wochen am Stück Rituale und Feste ab. Es lässt sich daher sagen, dass die Mesoren fast jeden Tag im Jahr mit Feierlichkeiten verbringen und ein Tag ohne solche Anlässe eher die Seltenheit ist.



    Die Mesoren gelten als die friedliebendste Kultur in Aiena. Es sind keine kriegerischen Konflikte bekannt, die sich nach der Versklavung durch die Bar’ksh ereignet haben. Seit Beginn der Kolonisierung der Madsoren durch das ajorische Kaiserreich, gibt es allerdings vermehrt Flüchtlinge der Mesoren, da diese von den Ajoren von den Inseln vertrieben werden. Jedoch bieten die Inseln der Madsoren kaum oder gar keine wertvollen Rohstoffe, außer einige Vorkommen von Edelsteinen und Zucker. Deshalb wird nur ein kleiner Teil der Mesoren durch die Erschließung der Kolonien bedroht.



    Neben dem Fischfang betreiben die Mesoren kleinteilige Landwirtschaft, meist nur im Bereich der Siedlungen. Hier bauen sie Obst und Gemüse an, welches die Insel zur Verfügung stellt. Manche Stämme schenken auf ihren Reisen aber auch Saat von ihrer Insel. So kam es in den letzten Jahrhunderten zu einem großen Austausch der Flora innerhalb der Inselgruppe.



    Ein Stamm wird meist von dem oder der Ältesten geführt. Meist werden Entscheidungen zwischen den Stammesmitgliedern getroffen, die sich von der Sache betroffen fühlen oder die ein Interesse an der Entscheidung haben. Dabei werden am Feuer des Ältesten Debatten abgehalten, die vom Ältesten geleitet werden.



    Eine besondere Stellung in der Kultur der Mesoren haben die Usweksel, die Reisenden. So werden die Schamanen genannt, welche mit den Riesen sprechen können. Genauer gesagt sollen die Usweksel im Schlaf das Geflüster der Riesen hören, wobei die Riesen nicht mit ihnen, sondern untereinander sprechen. Die Usweksel sind lediglich Zuhörer, welche die Gespräche der Riesen interpretieren und an die Stämme weitertragen. Daher befinden sie sich auf einer ständigen Reise zwischen den verschiedenen Inseln und fungieren gleichzeitig als Nachrichtenübermittler, als auch Heiler und Medizinkundige. Die Mesoren betrachten die Ankunft eines Usweksel als heiliges Ereignis, da sie Gesandte der Riesen sind.

    Die Baukunst der Mesoren beschränkt sich auf einfache Holzhütten, welche mit Blättern oder getrockneten Gräsern bedeckt werden. Manche Hütten werden zusätzlich mit Lehm verstärkt. Dabei bietet eine Hütte meist Platz für eine Familie, bestehend aus 4 bis 8 Mitgliedern.

    Die Kleidung der Mesoren ist sehr einfach gehalten und wird lediglich aus einfachem Leder oder groben Stoffen gefertigt. Da die tropische Hitze der Madsoren ihnen wenig anhaben kann, hat die Kleidung eher religiöse, kulturelle oder modische Zwecke. Sie schämen sich auch nicht davor unbekleidet zu leben. Eine Besonderheit sind allerdings die Bemalungen der Gesichter, welche regelmäßig neu aufgetragen und das ganze Leben lang getragen wird.





    Koriilaner

    Die Kultur der Koriilaner war einst die größte von drei draganischen Kulturen. Heute existieren nur noch zwei Kulturen, da die Maktzen dem Goldrausch der Miraben zum Opfer fiel. Auch die Koriilaner wurden bereits stark durch die Miraben dezimiert, weshalb sie nun die zahlenmäßig kleinere Kultur der verbleibenden zwei ist. Die Kultur der Mesoren ist größtenteils unberührt von dem Genozid durch die Miraben.



    Die Koriilaner leben im Urwald von Koriilan und teilweise auf der Vulkaninsel von Kuharaya. Sie sind ein isoliertes und äußerst friedliebendes Volk und werden vollständig durch die Gattung der Dragane vertreten. Die Größe eines Stammes variiert zwischen ungefähr 20 bis 300 Mitgliedern, während manche koriilanische Städte aus mehreren Stämmen bestehen. Die meisten Stämme bleiben allerdings unter sich und pflegen mit anderen Stämmen lediglich eine oberflächliche Freundschaft. Der Handel zwischen den Stämmen ist ebenfalls eine rein freundschaftliche Tätigkeit, da die Koriilaner weniger Wert auf materielle Güter legen.



    Die Spiritualität hat hingegen einen bedeutenden Wert in ihrer Kultur. Sie glauben an die Stärke des eigenen Geistes und sind sehr religiös. Der Glaube, an die draganischen Naturgeister, wird auch Arununti genannt. Das Wort leitet sich von dem draganischen Wort für „Seelenpfad“ ab, welches im Original „Aruununtye“ heißt. Die Dragane, egal welcher Kultur angehörig, verwenden nur gelegentlich eine unstete Schriftsprache, die selbst unter den Stämmen variieren kann. Nur die verbalen Laute gleichen sich fast überall. Die Verwendung von Körperbemalungen und Malerrein an Gebäuden ist eine gängige Form der nonverbalen Kommunikation, um die Stammessituation künstlerisch auszudrücken.



    Die Koriilaner sind sehr bedacht darauf ihrem Gegenüber Respekt und Anstand entgegen zu bringen. Der Umgang ist stets ein sehr höflich und zuvorkommender. Ihren Glauben nach bringt Streit und Zorn die Waldgeister in Unruhe und verschreckt dessen gute Aura. Deshalb steht der Friede innerhalb eines Stammes an höchster Stelle.



    Die Führung eines Stammes obliegt meist der ältesten Koriilanerin oder aber deren Tochter. Der Ursprung dieser Tradition liegt viele tausend Jahre zurück und ist heute nicht eindeutig geklärt. Man glaubt, dass zu damaliger Zeit die männlichen Mitglieder des Stammes die meiste Zeit auf der Jagd waren. Deshalb legte man der Ältesten die Verantwortung über das Dorf in die Hände, da sie besonders weise ist. Im Laufe der Geschichte wurde die Führung aber auch einer Tochter der Ältesten übergeben, sofern sie eine hatte. Vermutlich deshalb, weil sich bei Draganen schon früh eine Altersdemenz bildet und die Ältesten der Aufgabe nicht mehr gewachsen waren.



    Die Architektur der frühen Koriilaner war der von heutigen Ajoren recht ähnlich. Vor allem auf der Insel von Kuharaya, auf der einst eine große Zahl Kroiilaner lebten, findet man vielerorts alte Steinbauten, die einer Burg ähneln. Auch die Häuser, welche vorzugsweise aus Stein errichtet wurden, ähneln den Fachwerkhäusern der heutigen Ajoren. Wieso die frühen Koriilaner die Insel von Kuharaya verließen und die ihre Bauten zurück ließen ist nicht geklärt. Man vermutet einen Zusammenhang mit der Versklavung durch die Bar’ksh.



    Heute errichten die Koriilaner gänzlich andere Gebäude. Tempel werden als große steinern Stufenpyramiden errichtet, während die Behausungen einfache Holz oder auch Steinhütten sind. Viele Stämme besitzen eine Stammeshalle, in der gemeinsam gefeiert und über die Zukunft des Stammes entschieden wird. Diese Stammeshallen werden in ihrer Sprache Kzeves genannt und werden in großen Ovalen angelegt. Dabei wird der Boden bis zu 3 Meter in die Tiefe abgesenkt und ein rundes Kuppeldach auf das Gebäude gelegt. Die Kzeves werden häufig mit Pflanzen und Farbmalerrein verziert.



    Die Kleidung der Koriilaner ist deutlich ausgeprägter, als beispielsweise die der Mesoren. Sie verwenden bunte Stoffe und Leder und umhüllen ihre Körper in enger und maßgeschneiderten Kleidern. Diese Kleidung wird oft Jahrelang oder gar lebenslang getragen und lediglich repariert und überarbeitet, anstatt neue anzufertigen. Stammesmitglieder mit besonderen Stellungen tragen große und sehr individuelle Kopfbedeckungen, welche auch als Schmuck fungieren.



    Da alle Koriilaner der Gattung der Draganen angehören, sind sie naturbedingt gute Schwimmer. Deshalb ist vor allem an den Küstenregionen der Fischfang die Hauptnahrungsquelle. Im Innenland beschaffen sie Fleisch durch die Jagd oder der Haltung von Kleintieren. Da Dragane hauptsächlich Karnivore sind, bauen sie nur wenig Gemüse oder Obst an. Allerdings gelten Wurzeln und manche Pflanzenarten als heilige Nahrung oder auch Medizin. Diese werden meist zu Festen gegessen.



    Bis vor ungefähr 300 Jahren ernährten sich die Koriilaner auch kannibalisch. Dabei stand ein religiöser Aspekt im Vordergrund. Die Seele eines Verstorbenen würde schneller ins Reich der Götter einfließen, wenn Verwandte und geliebte Personen den Leichnam in einem Ritual verspeisen. Diese Tradition wird heute nur noch von sehr wenigen Stämmen vorgeführt.

Teilen