Kaiserliche

  • Beschreibun der kaiserlichen Kultur

    Als erstmals die Völker Süd-Ajors als Kaiservolk bezeichnet wurde, begann die Welt eine neue Zeitrechnung. Das fünfte Zeitalter Ajors soll die Geschichte eines Reiches sein, welches einer strengen Kultur religiöser Herrschaft unterliegt. Ende des vierten Zeitalters beendeten viele Könige Ajors ihre Feindschaft und bildeten ein vereintes Reich unter religiöser Führung. Dieses Bündnis wurde 1451 4.Za. unterschrieben. Im Jahre 1468 4.Za. starb der Kandidat für den Titel des Kaisers an einer Lungenentzündung und sein Sohn wurde seiner statt zum Kaiser gekrönt. Valencio Rottwind II, zuvor ein bescheidener Bischop in einem Kloster nahe Javalls, regierte lange weise und vorausschauend über das junge Reich. Man sagte ihm nach, er könne mit den Göttern sprechen und diese gewährten ihm Einblick in die Zukunft. Noch heute sind die Kaiserlichen der Überzeugung, dass die Rottwind Dynastie im Kontakt zu den Göttern steht. Doch änderte sich im Laufe der Zeit das Ansehen des Reichs. Nachfahren des Valencio II. sollten für ihre Intrigen und Spionage Netzwerke bekannt werden, welche sie zu ihren Gunsten ausnutzen. Mit diesen Mitteln und dem Ansehen des Volkes gelangte die Familie an große Macht und gliederten weite Teile Ajors ihrem Reich ein.



    Heute kann man die kulturelle Grenze zum Gebiet der Kaiserlichen, auch Hochajoren genannt, spüren, wenn man die sogenannten Kernprovinzen betritt. Die meisten Städte blühen auf, sind aber häufig in soziale Bereiche aufgeteilt. Dabei wird die Unterschicht meist aus den Städten ausgegrenzt. Auch wenn dies erschreckend oder unterdrückend wirken mag, geschieht diese Abgrenzung in gegenseitigem Einverständnis.
    Die sozial benachteiligte Bevölkerung lebt unter der Herrschaft der Städte in kleineren Siedlungen. Sie bestellen die Felder und arbeiten in den Werkstätten, schürfen in den Minen und betreiben die Forstarbeit. Sie genießen zwar einige Freiheiten, was den selbstständigen Betrieb angeht, unterliegen aber Steuern, welche direkt an die Kirche gezahlt werden.


    Die Kirche hat großen Einfluss in allen Gebieten des Kaiserreichs, doch in den Kernprovinzen ist sie für alle staatlichen Bereiche verantwortlich. Nur selten ist ein Politiker kein Mitglied des religiösen Ordens. Ihr Oberhaupt ist selbstverständlich der Kaiser, da dieser im Willen der Götter handelt, doch auch unter dem Adel werden seit Jahrhunderten Intrigen und Machtkämpfe betrieben. Gerade ein hohes Ansehen beim Kaiser ist vorteilhaft für die politische Karriere. Das Goldene Zeitalter dieser Kultur scheint bis heute nicht aufhören zu wollen. Der Handel floriert und die Städte wachsen. Steinerne Häuser säumen die Straßen. Ihre fein verzierten Fassaden, ergänzt mit prachtvollen Ornamenten, sind seither Inspiration für ajorische Architekten und Bauherren. Intelligente Infrastruktur und die Bildung einer geistigen Elite unter kirchlicher Führung sorgen für eine hervorragende gesundheitliche Versorgung. Neben der Staatskunst gehört auch die Führung des Militärs zu den Talenten der Kaiserlichen. Die Armee des Reichs zählt ein enorm großes stehendes Heer. Während Dutzende Garnisonen die Provinzen behüten, beherrscht die Marine die mittlere See. Die Bekämpfung der Piraterie und der Kauf von Söldner zur See garantieren dem Reich fast absolute Kontrolle über den Handel und der Seefahrt.


    Ein Orden aus Paladinen, gut ausgebildete Soldaten der Kirche, unterliegen dem direkten Befehl des Kaisers. Einst waren sie ein unabhängiger Orden, welcher Jagd nach dem Übernatürlichen machte und Dämonen zur strecke brachte. Nun unterliegen sie dem Befehl des Reiches und könnten sogar im Krieg Gebrauch finden. Doch seit ihrer Eingliederung änderte sich das Leben in den Provinzen. Die Wälder wurden erneut von bösartigen Kreaturen und schrecklichen Bestien belebt. Auch wenn die Paladine weiter die Länder beschützen, ist die Anzahl an tödlichen Vorkommnissen mit solchen Bestien nicht gesunken.


    Vor allem die Landbevölkerung hat heute schwer mit den dämonischen Wesen zu kämpfen. Sie hoffen auf die Unterstützung durch die kaiserliche Armee, doch diese ist meist zu spät vor Ort oder entsendet lediglich Abgesandte, welche die Situation überprüfen soll. Deshalb, und aufgrund der kirchlichen Steuern, herrscht Unmut in der Landbevölkerung. Ihr momentaner Herrscher soll eine Änderung herbeiführen, doch haben sie keine andere Wahl, als abzuwarten. Der Durck durch die kirchlich militärische Führung auf die Bevölkerung ist enorm und kaum jemand bringt den Mut auf zu rebellieren.
    Die kultur-missionarische Expansion durch die Kirche beeinflusst weite Teile der Welt und fast heute bereits Fuß in den Reichen der Altblüter und Nord-Marea. Vor wenigen Jahren beugten nicht nur zahlreiche Jarle Kamphallas, sondern auch die Könige der Insel Aarluu das Knie. Seither wird die Macht des Reiches nach außen hin als beängstigend wahrgenommen.


    Vor allem die Reiche der Miraben sehen das Reich als Rivalen an, da sie nicht Nigrupus als ihren Gott der Unterwelt betrachten sondern eine menschliche Seele namens Olavus. Dieser, so glauben die kaiserlichen, soll einst die Götter gerettet und die Welt der Toten versiegelt haben. Dabei soll auch Nigrupus in seiner eigenen Welt verbannt worden sein. Diese Ansicht stellt in den Augen der Miraben eine schwere Sünde dar.


    Während sich die oberen Schichten in ihren befestigten Städten verschanzt, ignoriert die ländliche Bevölkerung die diplomatischen und politischen Machenschaften. Sie fristet ein, den Umständen entsprechend, ruhiges Leben und genießen die unbeschwerten Momente. Dörfer sind enge Kommunen mit vielen befreundeten Nachbarn. In den Scheunen und Tempel, aber auch in den Straßen der Siedlungen werden farbenfrohe Feste gefeiert. Kulturfremde haben es meist schwer in die Kommunen integriert zu werden, doch häufig findet man andere Gattungen, wie Drawag oder sogar Draganen, welche in den Dörfern leben. Die Städte werden meist gänzlich von den menschlichen Kaiserlichen dominiert. Hier spielt das religiöse Ansehen eine hohe Rolle, doch die politischen Plätze sind begrenzt und nur schwer zu erlangen. Wer eine wichtige Rolle im Stadtrat inne hat, zählt zu den mächtigsten Männern des Landes. Dies ist ein begehrter Titel und ist hart umkämpft. Nicht immer entscheidet dabei der Reichtum einer Familie oder einer Person, sondern das politische Geschick. Auch Kaufleute und Söldner gelangten schon in angesehene Positionen.



    Die Kleidung der Bevölkerung ähnelt sich zu Lande, als auch in der Stadt sehr. Lediglich die Stoffe und die Häufigkeit der Pflege sind abfallend mit der jeweiligen Bevölkerungsschicht. Kopfbedeckungen werden von jedem getragen, während Rüstungsteile häufig in der politischen Gesellschaft zum Schmuck getragen werden. Helme und Brustpanzer präsentieren das Wappen des eigenen Hauses einer adligen Person. Viele Stadtteile werden meist vom Adel bewohnt, wobei es Unterteilungen zwischen dem niederen und dem höheren Adel gibt. Dennoch ist ihr soziales Miteinander eng verstrickt.

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