Hochaltblüter

  • Beschreibung der Hochaltblüter

    Die Ur-Altblüter erreichten Aiena im dritten Zeitalter. Einst lebten sie in einem fernen Land im Westen, welches bis heute als unbekannt gilt. Lediglich Erzählungen und alte Mythen berichten von einer gigantischen Landmasse, welche von den Menschen des Nordens und anderen ähnliches Wesen belebt wurde. Doch die Altblüter mussten ihre Heimat verlassen, als die Temperaturen stark herab fielen und der Boden durch den Frost unfruchtbar wurde. Auf der Flucht vor dem Kältetod zogen die Altblüter nach Osten und sicherten sich ihr Überleben durch die Jagd und der Fischerrei. Doch ihre Zahl wurde stark dezimiert, weshalb man davon ausgeht, dass nur 10 bis 20 tausend Ur-Altblüter jemals Aiena erreichten.


    Auf der Landmasse von Kamphalla angekommen begegneten sie den Bar’skh, welche sie als Dämonen der Kälte erkannten. Sie führten einen verzweifelten Krieg, um ihr Überleben zu sichern und letztendlich gelang es ihnen Fuß in der neuen Welt zu fassen. Vor allem ihre bemerkenswerten Fähigkeiten in der Jagd und ihre starke Gemeinschaft halfen bei der Eroberung der neuen Länder.


    Noch heute leben die meisten Nachfahren der Ur-Altblüter im Norden von Ajor - größtenteils auf der Landmasse von Kamphalla. Doch ihre Kultur entwickelte sich rasch in verschiedene Richtungen. So gelten die Hochaltblüter als die größte Gruppe. Sie verehren noch die alten Tiergötter und pflegen viele der antiken Riten. Die Ehre der Familie ist ein wichtiges soziales Gut in ihrer Gesellschaft, ebenso wie die Verehrung des Heldentodes im Kampf. Wird ein Altblüter besonders alt, so zieht er nach Norden, um das Ewige Eis zu durchqueren. Es heißt, ein glorreicher Altblüter wird im Eis dem heiligen Bären Ralme begegnet, dieser wird ihn ins Land der Unsterblichkeit führen.


    Die Ausübung der Religion wird je nach Gemeinschaft unterschiedlich betrieben. Schamanen predigen die Lehren der alten Götter und dienen als Seelsorger und Heiler. Allerdings gibt es auch Klöster, bewirtschaftet von strenggläubigen Männern und Frauen, welche Schriften ihres Glaubens anfertigen und diese auf ihren Pilgerreisen verlesen. Die Männer und Frauen, welche ihr Leben dem Glauben widmen, sind hoch angesehen in der Kultur der Altblüter und gelten als besonders weise.


    Die vielen Siedlungen der Altblüter werden stets von einer Familie geführt und diplomatisch vertreten. Dabei gilt das Familienoberhaupt als Anführer eines Stammes. Um sich Jarl nennen zu können, muss man sich nicht nur im Kampf gegen die Konkurrenz behaupten, sondern auch in der Jagd, da dieses Handwerk als elementar in der Gesellschaft gilt. Der Jarl hat nicht nur die Aufgabe den Stamm politisch bedacht zu führen und im Krieg für Sicherheit zu sorgen, er oder sie muss auch das Überleben des Stammes sichern, wenn die Erträge der Felder die Menschen nicht ausreichend ernähren können. Beim sogenannten “Troh” begeben sie sich auf eine Jagd, bei der sie meist ihr Leben aufs Spiel setzten, um letztlich mit einer beeindruckenden Beute zurückzukehren.

    Die Hochaltblüter heben sich von den Altblüter-Kulturen besonders dadurch ab, weil sie das technische und gesellschaftliche Wissen der Dulesen und Miraben in ihr Leben integriert haben. So wird der Jarl allers Jarls, eine Art König der gesamten Kultur, nicht im Kampf entschieden, sondern gewählt. Dabei wird vorausgesetzt, dass dieser Herrscher bereits Jarl einer Siedlung ist und sich beim Troh mehrmals als Sieger hervor tat. Der Jarl aller Jarls lenkt die Politik des gesamten Volkes, auch über die Grenzen der Clans hinweg. Er vertritt die weltweiten Interessen und entscheidet in wichtigen Streitfragen. Seine Meinung gilt stets als unangefochten und seine Regierungszeit endet nur mit dem Tod.


    Das Volk der Hochaltblüter kennt keine Klassen. Nur das Handwerk des Kriegers, welches auch den Jäger miteinschließt, gilt als besonders ehrbar. Die Haushalte haben ihren eigenen Besitz, doch in Zeiten der Not ist es eine Selbstverständlichkeit sein Gut mit dem Rest der Siedlung zu teilen. Diese soziale Form des gesellschaftlichen Miteinanders garantiert den Altblüter seit jeher das Überleben in der rauen Landschaft von Kamphalla.


    Die Hochaltblüter kleiden sich, anders als andere Altblüter-Kulturen, auch in feinen Stoffen des Südens, kombiniert mit Fellen erlegter Tiere. Die Krieger schützen sich in Rüstungen aus Leder und Eisen und führen meist den Speer oder die Axt. Sie gelten in Aiena als gefürchtete Kämpfer, welche eisern der Kälte und dem Hunger trotzen und in der Schlacht bis zum Tode kämpfen - eine Flucht ist unehrenhaft und wird nach ihrem Glauben vom Schicksal bestraft.


    Die Hochaltblüter errichten ihre Gebäude aus Holz, doch mit dem Fortschritt der Architektur wurde geschliffener Stein zu einem wichtigen Baustoff. Die Steinmetzkunst wurde über die Jahrhunderte perfektioniert und imposante Bauwerke überragen die hölzernen Dächer der Städte. Das Konzept der Burg ist recht selten in ihrer Heimat anzutreffen, da die Altblüter das Leben in möglichst großen Gemeinschaften bevorzugen. Daher sind Stadtmauern und Wehrtürme die gängige Verteidigung der vereinzelten Siedlungen.


    Besonders erwähnenswert ist auch die Schifffahrt, da die Altblüter Jagd nach Walen und Riesenrobben machen. Ihre Boote sind daher besonders robust und für die Geschwindigkeit in tiefen Gewässern konstruiert. Um sie an den steinigen Küsten vor starkem Seegang zu schützen, lässt sich der Mast entfernen und das Boot an Land tragen. So kann die Wanne umgedreht und als Behausung genutzt werden. In den Fjorden und im flachen Wasser ist das Schiff die bevorzugte Fortbewegungsmethode.

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