• Beschreibung der Miraben

    Die Miraben, auch die Menschen der Wüste, gelten als die erste menschliche Gattung Aienas. Archäologische Funde belegen, dass sie sich bereits zu Beginn der neuen Weltordnung weit auf dem Kontinent Marea verbreitet waren. Manche Gruppen reisten als Nomaden durch die Steppen und Wüsten, während sich manche Stämme an den Flussufern in Siedlungen sammelten und Landwirtschaft betrieben.


    Doch ihr unbeschwertes Leben sollte schon schnell gestört werden, als die Bar’ksh das Land für sich beanspruchten und neben den Draganen und Scanuri auch die Menschen versklavten und ihre Zahl gefährlich dezimierten.

    Erst mehrere tausend Jahre später gelang es den Miraben sich aus der Sklaverei zu befreien und rebellierten gegen ihre Unterdrücker. Vor allem ihr Einfallsreichtum und ihr Geschick im Handwerk verhalfen zu bedeutsamen erfindungen, wie den Bogen und das errichten von befestigten Anlagen. Über die Jahrhunderten verdrängten sie die Bar’ksh aus Marea, bis sie schließlich den Kontinent Ajor erreichten und auch dort an Einfluss gewannen.


    Heute gilt Zentral-Marea als ihre Heimat. Die Wüsten und Steppen des Kontinents wird von ihnen durchwandert und eindrucksvolle Städte schlugen sich in den fruchtbaren Auen fest. Die “erste und letzte Stadt der Menschen” Vanrari - ehemals Vanra - erblüht seit der Vertreibung der Bar’ksh am Flussufer des Bana’aq und gilt heute als die größte Stadt Aienas.


    Die Gesellschaft der Miraben weist eine starke Schere zwischen armer und reicher Bevölkerung auf, nur wenige gehören der Mittelschicht an. Grund dafür ist das politische System, nachdem die wohlhabenden Bürger die Aufgaben des Staates übernehmen, dabei gibt es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. So haben sich in der Vergangenheit bestimmte Familien einen unermesslichen Reichtum angehäuft. So wird auch die Stadt Vanrari stets von der reichsten und damit mächtigsten Familie verwaltet. Es ist ihnen daher ein Leichtes ihre Macht zu sichern, indem sie den Aufstieg ärmerer Familien verhindern, durch Gesetze oder mit Gewalt. So ist Korruption und Unterdrückung ein ständiger Missstand in der Gesellschaft der Miraben.


    Das soziale Miteinander pendelte sich allerdings so ein, dass die Stabilität der Gesellschaft erstaunlich hoch ist. Die niedere Klasse akzeptiert die Herrschaft des Geldadels und fügt sich den Bestimmungen. Nur vereinzelt kommt es zu Aufständen wütender Bürger, welche eine Veränderung herbeiführen wollen.


    Die Ausführung der Religion - die Miraben glauben größtenteils an die göttliche Sippe - ist eine individuelle Sache. Es gibt keine religiöse Führung, denn der Glaube gilt als eine freie Entscheidung. So ist es jedem Bürger möglich sich nach seinem Belieben dem Glauben zu widmen. Jeder Mann und jede Frau kann sich der Aufgabe verpflichten, einen Haus des Glaubens zu errichten und die Lehren der Götter zu lehren. Dabei gibt es keine einheitliche Struktur oder Vorgaben für Gebete. Diese Freiheit ist ein wichtiges gut in der mirabischen Kultur und wird entschlossen vor äußeren Einflüssen verteidigt.


    Ähnlich wie die Ajoren entstand auch bei den Miraben ein religiöser Orden, welche sich berufen fühlen die Unnaturen und Dämonen der Welt zu jagen. Die Sid Azili sind eine weitgehend unbekannte und geheimnisvolle Vereinigung von elitären Soldaten, welche nach ihrem Kodex keine Menschen töten dürfen. Deshalb werden sie, anders als im ajorischen Kaiserreich, nicht für kriegerische Handlungen eingesetzt, sondern widmen sich Autonom ihrer Aufgabe.


    Das Militär der Miraben wird seither durch die Oberschicht geführt. Die niedere Gesellschaft wird in Zeiten des Krieges zu einer Miliz mobilisiert. Söldnerheere aus der Region der Wogen von Marlis werden meist nur zu Verteidigungzwecken eingesetzt und selten für den Angriff, da ihre Ausbildung und die eindrucksvollen Waffen und Rüstungen zu kostenintensiv sind. Zudem sind die Wüstenreiter der Miraben erwähnenswert, da sie für ihre brutale und schlagkräftige Kampffertigkeit bekannt sind.


    Die Miraben, Ober- als auch Unterschicht, tragen den typischen Turban, welcher sie vor der Hitze der Sonne schützt. Lange und farbenfrohe Gewändern sind ein gängiges Kleidungsstück. Dabei schmücken sich die reicheren Miraben mit Gold und Edelsteinen, während die niedere Bevölkerung einfache Leinen trägt.


    Die Dörfer und Städte werden stets aus Sandstein und Holz geformt. Oft zieren Kuppeldächer die Türme und Hallen der Handels- und Regierungszentren. Die Villen der Oberschicht sind oft weiträumig angelegt und mit bunten Farben bestrichen. Im krassen Gegensatz stehen die Behausungen der Unterschicht, welche meist dicht an dicht gebaut oder sogar verschachtelt übereinander gestapelt werden. Vor allem die Außenbezirke der Stadt Vanrari sind ein Labyrinth aus unzähligen Gassen, welche sich durch die chaotischen Wohnviertel schlängeln. Fremden wird abgeraten alleine durch solche Gassen zu bewegen, da Taschendiebe und Räubergruppen ihr Unwesen treiben.


    Der Handel spielt eine große Rolle in der Kultur der Miraben. Edelsteine, tropische Hölzer und exotische Tiere bilden die Basis des wirtschaftlichen Erfolges. Aus diesem Grund begannen die Miraben zu beginn des fünften Zeitalters mit der Eroberung des Regenwaldes von Korillian. Die dort lebenden Draganen werden vertrieben, nieder geschlachtet oder als Sklaven an Seefahrer verkauft. Die Ausrottung der Draganen ist ein umstrittenes Thema, weshalb es sogar einige Adelsfamilien gibt, welche dagegen vorgehen.

Teilen