• Beschreibung der Drawag-Kultur

    Die Kultur der Drawag ist eng mit dem gleichnamigen Volk verbunden. Nur selten fühlt sich ein Außenstehender der Kultur zugehörig und noch seltener kehrt ein Drawag seiner Kultur den Rücken. Auch wenn sich die Ausbreitung der Drawag nur auf das Talkister-Gebirge beschränkt, gibt es doch einige wenige, welche sich in anderen Regionen Aienas aufhalten.



    Ein besonderes Merkmal der drawagschen Kultur ist ihr starker Zusammenhalt. Nirgendwo anders in Aiena gibt es eine so große Kommune, welche einen hohen Wert auf Gleichheit und Brüderlichkeit legt. Dieser Zusammenhalt umfasst jeden Bereich ihres Lebens, von der Wirtschaft bis hin zum Militär. Es ist daher nicht unüblich, dass sich fremde Drawag beim ersten Treffen sehr freundschaftlich gegenüber verhalten und sich unbedingtes Vertrauen gegenüberbringen.



    Eine besondere Stellung haben neben dem König der Drawag die Clanväter. Sie sind die Vaterfiguren des Volkes und genießen besonderes Ansehen, auch wenn ihnen nicht mehr Rechte zuteil kommen. Allerdings sind sie aufgrund ihrer Fähigkeiten wichtige Personen in Regierungs- und Kulturfragen.



    Insgesamt teilt sich die Kultur der Drawag in sechs Clan, von denen drei zu den Gründungsclans gehört, während die anderen zu den „jungen Clans“ gehören, da sie erst später entstanden, als große Emporkömmlinge der Drawag als Legend hervor gingen und einen neuen Clan gründeten. Ein Drawag wird in einen der Clans hineingeboren, kann diesen jedoch wechseln, wenn er oder sie sich als besonders talentiert erweist. Dieser Familienwechsel passiert nur sehr selten, stellt aber in der Kultur der Drawag ein besonderes Ereignis dar und wird ausreichend zelebriert.



    Jeder Clan steht für ein spezielles Handwerk, welches innerhalb des Clans perfektioniert wird. Allerdings wird jedes Handwerk in jedem Clan ausgeführt, hier steht lediglich im Vordergrund, dass dieser spezielle Clan sich mit besonderem Maße einem Handwerk hingibt. Jeder Clan besitzt eine Clanhauptstadt, welche denselben Namen wie der Clan trägt.



    Der Clan der Bra’Morch – Blutkehle – bildet die Armee des Volkes aus. Aus diesem Clan gingen in der Vergangenheit große Krieger hervor, welche von den begabtesten Taktikern und großen Heerführern ausgebildet wurden. Die Erziehung eines Kriegers stellt dabei eine lebenslange Aufgabe dar. Viele Soldaten werden daher in unterschiedlichen Kriegstechniken unterwiesen. Dabei gehören die Berserker der Drawag zu den gefürchtetsten Kriegern in ganz Aiena. Neben ihnen gibt es noch die Phalanxkrieger, die Grad-Drogar-Reiter und die Stadtwache.



    Die Bross’Schokk – Eisenschädel – gelten als die größten Rüstungsschmiede der Drawag. Im Laufe der Geschichte begannen sie aber auch damit, Rüstungen und andere Ausrüstungsgegenstände für andere Völker zu schmieden. Deshalb gehören Rüstungen zu den beliebtesten Exportgütern der Drawag. Außerdem haben die Bross’Schokk eine Technik entwickelt, wie das seltene Schwarzeisen verarbeitet werden kann. Diese Kunst des Schmiedens ist jedoch selbst in den Reihen des eigenen Clans ein Handwerk, dass sich nur den talentiertesten Schmieden erschließt.



    Als Draw’Dork – Steinhand – kennt man den Clan der Steinmetze und Tunnelgräber. Sie buddeln in den Tiefen des Talkister-Gebirges nach Edelsteinen und fördern den Großteil des Gesteins für alle Städte der Drawag. Sie sind auch der einzige Clan, der nicht nur im Gebiet der Clanhauptstadt siedelt, sondern im gesamten Gebiet des Gebirges.



    Der Clan der Kardu’Tara – Goldauge – widmet sich dem Handwerk der Schmuckschmiede. Aus edlen Metallen stellen sie allerlei Schmuck und Dekorationen her und verkaufen diese in die ganze Welt. Ihr Schmuck ist daher auch in andere Kulturen und Gesellschaften eine begehrte Ware. Allerdings schleifen sie keine Edelsteine, da Drawag glauben, dass das Schleifen die Seele eines Steines zerstöre.



    Die Stokkor’Tar – Stahlbart – sind Meister der Waffenschmiede. Vor allem Äxte, Hämmer und Speere gehören zu ihren Spezialitäten. Auch wenn die meisten Waffen im inneren des eigenen Militärs verwendet werden, gibt es viele Kaufaufträge von außerhalb des Reiches. Viele der drawagschen Waffen werden beispielsweise in das Alpingebirge oder an die Gröner verkauft.



    Der Clan der Borkan’Tar – Eichenbart – ist momentan der einzige Clan ohne ein spezielles Handwerk. Ihr Clanvater Halodir Borkantart ist der amtierende König der Drawag. Er tat sich als besonders weiser Anführer und begabter Schmied hervor, sodass er im Jahre 193 d.5.Za. den Clan der Borkan’Tar gründete und zum König gewählt wurde. Wohin sich sein Clan entwickeln wird ist noch ungewiss, jedoch befasste sich der Clanvater seit der Gründung besonders mit dem Wissen der Dulesen und Menschen. So liegt es nahe, dass sich dieser Clan zu einem Clan der Wissenschaft oder Bildung entwickeln könnte.



    Der König der Drawag wird von den sechs Clanvätern und insgesamt 20 Priestern, welche „Kinder der alten Väter“ genannt werden, gewählt. Diese Gemeinschaft wird auch der eiserne Rat genannt. Innerhalb eines Clans werden 3 Anwärter für den Titel des Königs ausgewählt, welche in einem Wettkampf gegeneinander antreten müssen. Dieser Wettkampf prüft die Fertigkeiten im Bergbau, der Schmiedekunst und im Kampf. Der Gewinner wird anschließend dem eisernen Rat als Kandidat des Königstitels vorgestellt. Dann muss sich der Kandidat gegen die, der anderen Clans beweisen, indem er die Prüfung des Hammerschwingens besteht. Hierbei hat der Kandidat die Aufgabe den Hammer des Königs gegen drei steinerne Skulpturen zu schwingen, um diese mit nur einem Schlag zu zerstören. Daraufhin berät sich der Rat, bis mindestens 14 Mitglieder für einen Kandidaten stimmen. Dieser wird fortan der König oder die Königin der Drawag.



    Der König der Drawag verfügt über eine Leibgarde, welche sich aus jeweils zwei Mitgliedern jedes Clans zusammensetzt. Diese Krieger dienen ihrem König freiwillig und genießen ein hohes Ansehen in der Gemeinschaft der Drawag. Nach ihrem Tod werden die Krieger in der Grabkammer des Königs bestattet, sodass sie auf ihren König im Tode warten können. Stirbt ihr König vorher, so können die Mitglieder der Leibgarde den ehrenhaften Tod durch Mitbestattung wählen. Dabei werden die Krieger als Wache in die Grabkammer gestellt und lebendig eingemauert.



    Eine weitere Besonderheit, welche Außenstehende bei einem Gespräch mit einem Drawag beachten sollten, ist die Sprechgewohnheit der Drawag. Das Drawagsch, also die Sprache des Volkes, ist sehr rudimentär und eigenartig. So werden manche Dinge sehr einfach und schlicht beschrieben, während man aber über 300 verschiedene Bezeichnungen für Metalle und Erze benutzt. Der Satzbau im Drawagschen ist so gestrickt, dass die Bedeutung meist erst ersichtlich wird, sobald ein Drawag zu ende gesprochen hat. Es ist daher ein ausgesprochen unhöfliches Verhalten, einen sprechenden Drawag zu unterbrechen, selbst wenn er eine andere Sprache spricht.



    Die Baukunst der Drawag ist eng verbunden mit der Steinmetzkunst, da viele Gebäude aus dem Stein hinein geschlagen werden, anstatt sie aus herausgeschlagenen Steinen zu errichten. Die meisten Siedlungen der Drawag werden auf Bergkämmen und an oder auf Hängen errichtet. Dabei ist Stein das bevorzuge Baumaterial. Sie legen zwar viele Plätze und Gärten an, jedoch beschränkt sich die Begrünung dieser auf die Verwendung von Moos, welches in Muster und Runen geschnitten wird. Die meisten Plätze und Gebäude werden in Sechsecken angelegt.



    Die Kleidung der Drawag ist sehr beständig. Oft werden Felle und Pelze in den Stoff genäht, um den Träger vor Wind und Kälte zu schützen. Der Bart, welcher auch von Frauen getragen wird, ist ein wesentliches Element der Mode und wird hauptsächlich genutzt, um sich mit einem Stamm zu identifizieren. Daher ist der Schmuck und die Art der Bartfrisur auf den jeweiligen Clan zugeschnitten. Nur wenige Drawag verwenden Kleidungsstücke, die aus fremdländischen Regionen stammen. So ist beispielsweise Seide ein eher wertloses Material für die Drawag.

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