• Beschreibung des Eldurangyr Glaubens

    In der frühen Geschichte beherrschten die Ozeane die Welt. Alleine der Wal „Vûr“ streifte durch die Gewässer und wachte über die Kräfte der Welt.

    Er schuf die Tiere der Meere und bevölkerte die Leere des unendlichen Blau. Er schuf die Sonne und den Mond, um der Zeit einen Rhythmus zu geben und er schuf den Wind, um die Welt in ständige Bewegung zu versetzen.

    Als Vûr fertig war schuf er den Gott Oxal. Der Ochse zog daraufhin das Land aus dem Meer und belebte es mit dem Grün der Pflanzen. Er war nun Herr der Erde, doch sein Reich ist umgeben vom Meer und soll daran gebunden sein, wie Oxal an seinem Meister Vûr.

    Als Oxal zufrieden war mit seinem Werk, da legte er sich zur Ruhe und schuf Ralme, den Bären. Ralme soll Oxals Reich mit Leben füllen und erschuf die Tiere der Erde und der Luft. Viele sollen es sein, sodass sie jeden Winkel der Welt bevölkern.

    Ralme sah, dass seine Aufgabe erfüllt war und erschuf den Menschen. Er soll über die Welt der Erde und des Wassers wachen und das Universum im Gleichgewicht halten. Doch der Mensch war kein Gott. Er soll sterblich sein wie die Tiere und nach dem Tod zu Ralme zurückkehren.

    Doch Ralme fürchtete, dass der Mensch zu mächtig sei und dass er in all seinem Stolz die Welt zerstören könne, wenn man ihm nicht sage, was seine Aufgabe ist. Also schuf Ralme den Gott „Aln“ – den Wolf – und stellte ihn an des Menschen Seite. Aln soll sein Freund und Ratgeber sein und ihn begleiten, bis der Mensch nicht mehr ist.



    Eine lange Zeit schwang die Welt im ewigen Rhythmus der Gezeiten und der Mensch tat, was Ralme ihm aufgetragen hatte. Er hütete die Tiere, wachte über die Pflanzen und beschützte den Boden und das Wasser. Und Aln wachte an seiner Seite und gab dem Menschen Kraft und Rat, auf das er seine Aufgabe mit Leichtigkeit und Glück erfülle.

    Doch es kam der Tag, da die Sonne sich schwarz färbte und der Mond von dunklen Schatten verhängt wurde. Und der Mensch war verlassen von den Göttern, nur Aln stand an seiner Seite und rief zum Mond, sodass Vûr ihn höre. Doch die Götter blieben stumm, sie lagen im Schlaf umhüllt von finsteren Wolken.

    Und aus der Dunkelheit kroch das Böse hervor und raubte dem Menschen die Kraft. Es krallte sich in die Seelen der Tiere und formte sie zu gar düsteren Kreaturen. Es riss am Himmel und ließ die Sterne hinunterfallen, sodass sie die Wellen aufscheuchten und das Meer unruhig stimmten. Es wühlte sich in den Boden, sodass die Erde sich schwarz färbte und die Pflanzen starben. Und es legte sich schwer auf die Herzen der Menschen, sodass sie bitter wurden und sich hassten.


    Da war Aln und sprach zum Menschen, dass er die Hoffnung nicht verliere. Er müsse die Dunkelheit bekämpfen und die Götter wecken. So gab Aln dem Menschen seine Stimme, auch wenn der Wolf nun für immer schweigen muss. Doch nun sprach der Mensch und er schuf das Feuer. Mit dem Feuer konnte er die Dunkelheit verdrängen und im Licht erstrahlte er von neuen. Die Menschen versammelten sich und sangen und tanzten, bis die Götter aus ihrem Schlaf erwachten. Sie sahen das Unheil, welches sich über die Welt gelegt hatte. Und Vûr entzündete die Sonne, noch wärmer und heller als sie je war. Und Oxal grub die Erde um, sodass sie noch fruchtbare war, als an allen Tagen zuvor. Und Ralme stellte sich den finsteren Gestalten und befreite ihre Seele von der Dunkel und dem Hass.

    Nur Aln blieb stumm und stand entschlossen an der Seite der Menschen. Er sah, dass der Mensch rein und voller Weisheit ist. Und er wusste, dass er seine Aufgabe erfüllte, als der Mensch die Götter geweckt hatte. Er steht nun an seiner Seite als Freund und als Wächter.



    - Erzählung der Ur-Altblüter über den Beginn der Welt -


    Beschreibung der Religion


    Das Wort Eldurangyr leitet sich aus der Sprache der Ur-Altblüter ab und bedeutet übersetzt „Feurige Seele“ oder auch „Leuchtender Geist“. Die genaue Bedeutung ist nicht geklärt.



    Die Anhänger dieser Religion werden Eldurangi oder einfach Altblüter genannt. Sie ist die zweitgrößte Weltreligion Aienas und knapp 90% ihrer Anhänger gehören einer Kultur der Altblüter an. Allerdings spaltet sich die Religionen in mehrere Untergruppen, wobei die Geschichte der Weltentstehung stets die Selbe bleibt.



    Im Zentrum des Glaubens stehen die vier Götter. Sie haben die Welt erschaffen und behüten diese.


    Weltenstehung


    Zuerst gab es den Wal Vûr, welcher das Meer und die Zeit erschaffen hat. Danach schuf er den Ochsen Oxal, der das Land aus dem Wasser zog und die Pflanzen säte. Oxal schuf dann Ralme, welcher die Tiere schuf und deren König ist. Er schuf auch den Menschen, welcher für ihn über die Welt wachen soll. Dafür gab er dem Menschen den Gott Aln, den Wolf. Aln soll dem Menschen helfen seine Aufgabe zu erfüllen.



    Alle Gruppen der Eldurangyr erzählen von einer finsteren Zeit, welche die Welt bedrohte, als die Götter schliefen. Was genau zu dieser Zeit passierte wird unterschiedlich erzählt, jedoch gibt es eine Gemeinsamkeit: Die Welt soll sich schwarz gefärbt haben, indem sie in die ewige Dunkelheit verbannt wurde. Sonne und Mond verblassten und die Sterne verdunkelten sich. Der Mensch soll dann das Feuer erschaffen haben, damit die Dunkelheit verdrängt werden konnte, bis die Götter wieder erwachten und die Welt von dem Unheil befreiten.


    Verbreitung


    Dieser Glaube erreichte Aiena zu Beginn des dritten Zeitalters, als die ersten Altblüter die Landmasse von Kamphalla erreichten und bevölkerten. In vielen Sagen des Elduranyr wird von Kreaturen erzählt, welche Lyktardyr genannt werden. In den Erzählungen heißt es, dass die Lyktardyr riesige Lebewesen der Dunkelheit waren und eine Bedrohung für die Menschen sind. Als die Altblüter damals den Bar’ksh begegneten, da erkannten sie die Wesen als Lyktradyr und bekämpften sie. Man vermutet, dass die Ur-Altblüter nur in Aiena Fuß fassen konnten, weil sie die damals vorherrschende Spezies der Bar’ksh erbarmungslos vernichteten. Andernfalls wären sie in die selbe Sklaverei geraten, wie jede andere Spezies auf Aiena.



    Als die Altblüter auf die Miraben trafen, gab es zunächst Schwierigkeiten, da sich ihr Glaube sehr vom Hexismus unterscheidet. Die Miraben begegneten den Altblüter allerdings sehr tolerant und erlaubten die Lehren der Eldurangyr in der eigenen Heimat.



    Später gliederte sich die Erzählung des Hexismus in die der Eldurangyr ein. Vor allem der Mythos des Ovanes schien die Altblüter zu begeistern, da Ovanes als Held der Menschen die Götter befreite, um die Welt vor dem Bösen zu bewahren. Dies soll später zur Geburt der ajorischen Bewegung führen.


    Priesterschaft


    Die Lehren der Eldurangyr werden von Schamanen erzählt, welche Bybdra genannt werden. Das Wort leitet sich von dem Wort „Byra“ – „Sprechen“ ab und beschreibt eine Person, welche sehr weise und gutmütig ist. Die Bybdra erscheinen immer zu mindestens zwei Personen. Dabei ist einer der Meister und der andere sein Lehrling. Es gibt auch weibliche Bybdra, jedoch werden diese Bybreu genannt und machen nur ein Zehntel aller Schamanen aus.



    Die Schamanen werden meist von ihren Meistern ausgebildet, bis diese selbst einen Schüler aufnehmen können. Seit Ende des vierten Zeitalters werden allerdings immer mehr religiöse Schulen gebaut. Hier gibt es wenige Meister und viele Schüler, welche in einer geschlossenen Gemeinschaft die Lehren des Glaubens ergründen und verschriftlichen. Die Idee solcher Lehrstätten wurde von den Ajoren übernommen, welche in Klöstern die Lehre des Hexismus verschriftlichen.



    Bybdra und Bybreu ist es zwar gestattet Familien zu gründen, jedoch kommt dies selten vor. Meist fühlen sich die Schamanen ausreichend von der Kraft der Götter erfüllt, dass sie ihr Leben ganz und gar dem Glauben widmen. Daher sind sie oft auf Wanderschaft und nicht selten besitzen sie nicht einmal ein eigenes Heim, sondern kommen bei Anhängern ihres Glaubens unter. So gibt es häufig eine Kammer in den Hallen eines Jarls, um dort einem Schamanen Unterkunft gewähren zu können.



    Die Schamanen sind häufig daran zu erkennen, dass sie lange Stäbe bei sich führen, welche in irgendeiner Weise auf die Götter hindeutet. Der Stab, in der Sprache der Ur-Altblüter „Vevysir“ genannt, ist das zentrale Accessoire eines Schamanen. Er wird ausgiebig geschmückt und mit aufwendigen Gravuren versehen. Allerdings werden auch Talismane und Runen am Körper getragen und die Haut wird mit Farben bemalt.



    Auch wenn die Schamanen in der Heilkunst unterrichtet werden, sind sie jedoch nicht primär als Arzt tätig. Nur in Notfällen übernehmen sie die Aufgaben der Heiler und Ärzte in den Siedlungen. Ihre Aufgabe ist es die Menschen nahe an die Götter zu bringen. Sie vollziehen Rituale zur Seelenreinigung und bieten sich als Ansprechpartner für seelische Probleme an. Bei schwierigen Fällen werden betäubende Mittel verabreicht, um den Geist der Patienten zu öffnen.


    Ein Oberhaupt des Glaubens gibt es nicht. Kommt es zu einer Versammlung mehrerer Schamanen, so ist der älteste Bybdra das temporäre Oberhaupt der Gruppe. Gleiches gilt in größeren Tempel und religiösen Schulen.


    Tempel und Symbolik


    Die Tempel der Eldurangyr gibt es in allen Größen und Formen. In kleineres Siedlungen kann es sich dabei lediglich um ein Zelt oder eine bescheidene Hütte handeln, in größeren Städten gibt es aber auch große aus Stein gebaute Tempelanlagen. Die meisten Tempel stehen dabei auf einem Hügel oder einem Hang, manche aber auch unmittelbar an einer Küste. Die einzige Gemeinsamkeit jedes Tempels ist jedoch die Ausrichtung des Bauwerks. So hat der Eingang immer in Richtung des nächst gelegenen Gewässers zu schauen, weil man so Vûr in den Tempel einzuladen.



    Im Eldurangyr gibt es viele unterschiedliche Symboliken. Meist werden die Götter als Tiere so dargestellt, wie es erzählt wird. Dabei gilt keine besondere Reihenfolge der Darstellungen. Nur in der Kultur der Sturmblüter wird der Wal Vûr über alle anderen Götter gestellt, da er als Vater aller Götter gilt.



    Bräuche und Rituale



    In jeder Gruppe des Eldurangyr gilt der Gott Ralme als Zeichen des Kriegers und Wächter der Toten. Daher gilt es als besonders ehrenhaft im Kampf zu sterben. Es heißt, dass nur der Tod im Kampf direkt zu Ralme führe und der Seele den Weg durch die Dunkelheit erspart.



    Ebenso ehrenhaft ist der „Daudrunodri“ – der Tod im Norden. Wenn ein Krieger ein hohes Alter erreicht und seine Zeit zu Ende geht, dann macht er sich auf eine Reise in den Norden. Nach damaligen Bräuchen begaben sich die Ur-Altblüter auf eine Wanderschaft ins ewige Eis. Dort soll ihnen Ralme erscheinen, der sie auf den letzten Weg begleitet. Da die Altblüter auf Kamphalla jedoch ein Ozean im Norden haben, fahren sie mit Booten hinaus, bis sie das Eis des Nordens erreichen und von dort aus zu Fuß weiter gehen.



    Es mag ein Zufall sein, dass sich im Eldurangyr von großen Bestien erzählt wird, welche Lyktardyr genannt werden und die gesamte Welt unterjocht haben. Sie waren zur Zeit der Dunkelheit die größte Bedrohung der Menschen. Als die Ur-Altblüter Aiena erreichten, begegneten sie auf Kamphalla den Bar’ksh, welche zu dieser Zeit fast alle intelligenten Lebensformen auf Aiena versklavten. Sie erkannten diese Wesen als Lyktardyr und bekämpfen sie noch heute. Sie haben es sich zur Aufgabe gesetzt die Bedrohung durch die Lyktardyr zu beseitigen, indem sie jeden von ihnen jagen und vernichten. Deshalb gilt es als heiliger Kampf, wenn ein Altblüter gegen einen Bar’ksh antritt.

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